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Rosenpflege im Jahreskreis
Rosen hegen und pflegen muss Freude sein, sonst kann man
sich an ihrer Schönheit und ihrem Charme nicht erfreuen! ! !

1.)Im Frühjahr sollte die Erde in den Beeten zuerst trocknen. Ende März/Anfang April (Forsythienblüte) erfolgt der Rosenschnitt. Der Zeitpunkt ist in jedem Landstrich anders, im einen früher, im anderen später. Anschließend erfolgen die Düngung (über die ich später noch sprechen werde) und die Bodenlockerung.
2.)Beim Rosenschnitt muss zuerst alles erfrorene, kranke und vertrocknete Holz direkt an der Austriebsstelle entfernt werden, so dass keine trockenen Stummeln übrig bleiben. Die richtige Schnittstelle ist bei den verschiedenen Rosengruppen unterschiedlich. Wichtig ist auch das richtige Werkzeug zum Schneiden. Sägen, Scheren, große Scheren für das Grobe sollen gepflegt, scharf und desinfiziert sein (Spiritus).

Bei öfter blühenden
Beetrosen (Floribundarosen) wird auf 3 bis 5 Augen zurückgeschnitten (Augen zeigen). Also die ganz schwachen Triebe entfernen, die etwas stärkeren auf 3 Augen und die starken Triebe auf 5 Augen schneiden. Das oberste Auge wird immer nach außen geschnitten, ca. 1/2 cm über dem Auge leicht schräg nach unten schneiden (ist bei allen Rosengruppen so).

TH-Hybriden oder Edelrosen werden auf 5 - 7 Augen zurückgeschnitten, so sie der Winter gelassen hat, sonst bis ins gesunde Holz.
 
Bei öfter blühenden Strauchrosen wird nur das alte, kranke und zurückgefrorene Holz entfernt. Alles was nach innen wächst und stört wird entfernt, so dass Licht und Luft durch den Strauch können. Anschließend wird der Strauch in Form geschnitten (Seitentriebe auf 2 -3 Augen oder Astring schneiden). Pyramidenförmig und oben flach schneiden, dadurch wird die Strauchrose bis unten belaubt und bekommt eine schöne Form. Immer die 1 bis 2 ältesten Triebe bis zur Basis herausnehmen, denn dadurch wird das Wachstum neuer Basistriebe stark angeregt und es erscheinen für jeden alten entfernten Trieb mindestens 2 bis 3 neue Triebe.

Bei öfter blühenden Kletterrosen wird von oben nach unten geschnitten. Es wird ebenfalls alles kranke, vertrocknete und alles Holz, das stört (nach innen wächst, die Form stört) entfernt. Bei den Langtrieben werden die Spitzen entfernt (ca. 5 Augen von oben entfernt, Schädlinge). Die Seitentriebe werden auf 2 - 3 Augen oder Astring zurückgeschnitten (starke Blütenbildung). Die Langtriebe sollten wie bei Spalierobst waagrecht verlegt werden, da hier fast jedes Auge austreibt und Blüten bildet (bei aufrechtem Wuchs blüht nur die Spitze). Es werden ebenfalls immer die 1 - 2 ältesten Triebe an der Basis entfernt, um den Neuaustrieb anzuregen. Für jeden alten entfernten Trieb erscheinen immer 2 - 3 neue Basistriebe, die dafür sorgen, dass die Kletterrose verjüngt wird und von unten bis oben belaubt bleibt.

Bei einmal blühenden Strauch- und Kletterrosen wird im Frühjahr nur alles erfrorene, vertrocknete, und Holz das stört, entfernt. Zurückgeschnitten werden diese Rosen erst im Sommer nach der Blüte, da diese Rosen nur am alten Holz, also am zweijährigen Holz blühen (sonst werden die Blüten weggeschnitten).

Zur Verjüngung, 1 bis 2 alte Triebe an der Basis herausnehmen. Es bilden sich schnell Neutriebe, die schon im Jahr darauf blühen, und mit den alten Trieben im nächsten Jahr gemeinsam in einer großen Blütenfülle erscheinen. Schnitt im Sommer, wie bei öfter blühenden Strauch- und Kletterrosen durchführen. Seitentriebe auf 2 - 3 Augen oder Astring kürzen. An den Langtrieben der Kletter-/ Ramblerrosen die Spitzen um 5 Augen einkürzen.

Eine Faustregel: starker Rückschnitt, gibt größere Blüten, weniger Rückschnitt, gibt viele, aber kleinere Blüten!

Rosenhochstämmchen werden wie Beetrosen auf 3 - 5 Augen zurückgeschnitten und alles, was zu alt ist und stört, wird entfernt.

An Trauerstämmchen werden alle Langtriebe an den Spitzen etwas eingekürzt (ca. 3 Augen). Seitentriebe werden auf 2 - 3 Augen oder auf Astring zurückgeschnitten und alles, was stört wird entfernt. Auch sollen zur Verjüngung immer wieder einer oder zwei ältere Triebe (3 - 4 Jahre alt) an der Basis entfernt werden.

Beim Sommerschnitt der büschelblühenden Rosen (Floribunda usw.) wird nach der Blüte der komplette verblühte Blütenstand bis zum ersten Blatt entfernt. So kann die Rose wieder schnell durchtreiben und neue Blüten bilden. Wenn Sie ein ganzes Beet der gleichen Sorte büschelblühender Rosen haben, sollten diese komplett zurückgeschnitten werden, wenn ca. 80 % der Rosen auf dem Beet verblüht sind. Also nicht die einzelnen Blüten nach dem Verblühen entfernen, denn sonst bekommen Sie keine zweite Vollblüte zur gleichen Zeit.

Bei Edelrosen und Tee-Hybriden wird bis auf das erste vollständige Blatt zurückgeschnitten, das oft erst das dritte oder sogar fünfte Blatt sein kann. Das Auge an dieser Schnittstelle ist das stärkste und treibt am schnellsten durch und bildet schon bald wieder Blüten.

3.)Düngung und Bodenbearbeitung. Bei uns in der Oberpfalz, wo ich daheim bin, ist die Frühjahrsdüngung die einzige Düngung, da wir immer frühe und harte Winter haben und die Rosen rechtzeitig mit dem Wachstum abschließen sollen. Das war in den letzten Wintern immer richtig und ich hatte dadurch fast keine Frostschäden.

Um bei der Düngung immer die richtige Menge zu finden, sollte alle 3 - 4 Jahre im Garten eine Bodenprobe durchgeführt werden, um festzustellen, ob der PH-Wert für Rosen von 5,5 - 6,5 stimmt, und welche Düngewerte (Stickstoff, Phosphor, Kali, Magnesium usw.) vorhanden sind, damit man die richtige Menge kennt und weiß, welcher Dünger verwendet werden sollte.

Bei meiner Frühjahrsdüngung = Jahresdüngung nehme ich 100 bis 120 g Volldünger pro qm. Am besten ist ein Volldünger wie Manna spezial, Hornoska spezial oder ein sogenannter intelligenter Dünger wie Osmocote-6-Monatsdünger, der je nach Temperatur seine Nährstoffe abgibt. Ebenso gebe ich auch schon im Frühjahr zum Dünger pro Rose 30-40 g Patentkali als Granulat dazu, um die Blütenfarbe der Rosen intensiver werden zu lassen.

Es kann auch Naturdünger, wie z.B. abgelagerter Pferdemist und Kompost, Kuhdung, Hornspäne, Blutmehl, Guano, usw. genommen werden. Aber Vorsicht, dass keine Überdüngung stattfindet!

Bei Verwendung von abgelagertem Pferdemist und Kompost, sowie Kuhdung, sollten Sie diesen etwa Ende November, nach dem Anhäufeln der Rose in die Mulden einbringen, die durch das Anhäufeln entstehen (braucht ca. 3 – 4 Monate bis eine Wirkung eintritt). So können Sie im Frühjahr beim Abhäufeln diesen Dünger gleich mit in die Erde bringen. Es ist ein Arbeitsgang.

Nach der Bodenprobe sollte bei Bedarf alle 2 - 3 Jahre Gartenkalk mit Spurenelementen (AZ Kalk) oder im Winter gelöschtes Brandkalkgranulat auf dem Schnee ausgebracht werden, um den richtigen PH-Wert zu erhalten. (Neutraler Boden ist gut gegen Sternrußtau). 

Als Frühjahrsdüngung kann z.B. auch Rasendünger ohne Unkrautvertilgungsmittel verwendet werden, wie z.B. Oscoma- Rasendünger 120g/ pro qm und zusätzlich noch 120g Bodenaktivator pro qm.

In Gegenden, wo es milder ist und keine so harten Winter vorkommen wie bei uns in der Oberpfalz, kann Mitte Juni noch eine zweite Düngung vorgenommen werden. Allerdings nicht mit einem Langzeitdünger, da die Wirkung sonst zu lange anhält.

Bodenbearbeitung sollte nach jedem starken Regen erfolgen und die obere Schicht im Gartenboden sollte gelockert werden. Wenn möglich sollte eine Mulchschicht aus grobem Streu oder Stroh aufgelegt werden. Auch eine Schicht von 2 - 3 cm fertigem Kompost kann alle 2 - 3 Jahre ausgebracht werden. Es können auch niedrige Bodendecker (in weiß, gelb, Silber, grün) bis 20cm Höhe unterpflanzt werden. Aber immer aufpassen, dass die Rosen noch genug Luft zum Atmen bekommen.

Auf keinen Fall sollten Sie Rindenmulch verwenden. Durch die Gerbsäure und den Stickstoffverlust durch das Aufsaugen in den Rindenmulch, kann sich die Rose nur schlecht entfalten und der Sternrußtau ist vorprogrammiert.

Was man verwenden kann ist Pinienmulch, der diese schlechten Eigenschaften nicht hat, aber relativ teuer ist.

Es gibt noch Strohpellets, die man gut zum Mulchen verwenden kann. Es laufen auch Versuche mit Holzschnitzeln, aber hierfür liegen noch keine Ergebnisse vor.

4.)Rosenpflanzung: Rosen mit nackten Wurzeln werden am besten im Herbst gepflanzt. Auch das zeitige Frühjahr ist noch ein Pflanztermin, allerdings nicht ganz so optimal. Die Rosen müssen nach dem Erwerb ca. 12, besser noch 24 Stunden gewässert werden (komplette Pflanze ins Wasser legen). Das Pflanzloch muss groß genug und der Boden muss gelockert sein. Die Rosenwurzeln werden um 1/3 gekürzt, in Lehmbrei getaucht, und müssen dann gerade in das Pflanzloch gebracht werden. Sie dürfen nicht nach oben gebogen sein. Das Pflanzloch mit der Rose wird zu 2/3 mit Erde gefüllt und gut angegossen. Die Rose muss so tief gepflanzt sein, dass die Veredelungsstelle nach der Pflanzung 5 cm unter der Erde ist (Winterschutz). Das Pflanzloch wird ganz mit Erde aufgefüllt, festgedrückt, festgetreten und mit Erde angehäufelt. Im Herbst als Winterschutz und im Frühling als Sonnenschutz.

Containerrosen können das ganze Jahr gepflanzt werden, aber auch bei diesen Rosen muss die Veredelungsstelle 5 cm unter die Erdoberfläche. Genau wie bei wurzelechten Rosen darf nicht auf Topfhöhe gepflanzt werden, sondern 5 cm tiefer. Noch ein wichtiger Hinweis: im Frühjahr/Sommer frisch gepflanzte Containerrosen müssen natürlich öfter von unten gegossen werden. Im Herbst und Frühjahr frisch gepflanzte wurzelnackte Rosen müssen im ersten Jahr bei Hitze ebenfalls öfter von unten gewässert werden.

5.)Pflanzenschutz: Bereits beim Austrieb sind die ersten Pflanzenschutzarbeiten durchzuführen, da der Befall von Schädlingen wie Frostspanner, Milben, Raupen, Blattläusen, usw. schon bald beginnt. Nach dem Rosenschnitt sollte eine Frühjahrsspritzung durchgeführt werden, um die oben genannten Schädlinge in Zaum zu halten. Diese Spritzung kann mit Rapsöl oder Weißöl durchgeführt werden, und zwar in einer Mischung von 1 zu 10, also 1 Teil Öl und 10 Teile Wasser, einen Spritzer Pril nicht vergessen. Gleichzeitig können Sie ein Kupferspritzmittel gegen Pilzkrankheiten wie Mehltau und Sternrußtau verwenden. Aber Vorsicht, nur im blattlosen Zustand verwenden, da die Rosenblätter kein Kupfer vertragen.

Gegen pilzliche Krankheiten wie Mehltau, Sternrußtau, Rost, falschen Mehltau usw., muss ab Ende Mai/Anfang Juni vorbeugend gespritzt werden. Sobald man die Knospen gerade fassen kann, wird mit einem geeigneten Mittel gespritzt, wie z.B. Saprol, Baymat usw. Über das Jahr verteilt sollten diese Spritzungen ungefähr 3 - 4 mal durchgeführt werden.

Bei Befall mit Mehltau sollten innerhalb von 7 Tagen zwei Spritzungen durchgeführt werden, um den Befall in den Griff zu bekommen. Bei Befall mit Mehltau wurden mit Milch gute Erfahrungen gemacht, und zwar in einem Verhältnis von einem Teil Milch und acht Teilen Wasser.

Bei Befall mit Sternrußtau und falschem Mehltau sollten die abgefallenen Blätter aufgelesen und im Hausmüll entsorgt werden. Nicht auf den Komposthaufen geben, da die Krankheit sonst zurückkommt. Nach der Blätterentsorgung soll innerhalb von 12 Tagen mit einem geeigneten Mittel ebenfalls zweimal gespritzt werden. 

Eine Behandlung mit einem Blattstärkungsmittel hat nur Erfolg, wenn sie schon nach der Blattbildung konsequent und regelmäßig alle 14 - 18 Tage durchgeführt wird und der Befallsdruck nicht zu groß ist. Mit „Vitanal sauer Kombi“ 2%ig wurden schon gute Erfahrungen gemacht. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

Schachtelhalmbrühe, Brennnesselbrühe usw. können ebenfalls verwendet werden. Sie nützen aber nur sehr wenig, sobald der Befall eingetreten ist. Da diese Mittel mindestens jede Woche ausgebracht werden müssen und die Rosenblätter das viele Wasser auch nicht so gut vertragen und krank werden können, fördert man dadurch bei vorhandenem Befall diese Krankheiten noch. Es kann dies aber jeder selbst einmal versuchen und seine eigenen Erfahrungen machen.

Wichtig ist auch, dass die Rosen, die ja Tiefwurzler sind, im Sommer nicht jeden Tag mit dem Schlauch oder Rasensprenger von oben gegossen werden. Dadurch werden Pilzkrankheiten jeder Art gefördert, was man ja nicht will. Rosen, die nicht gerade frisch gepflanzt worden sind, vertragen im Sommer schon einmal 4 Wochen ohne Regen. Wenn sie dann gegossen werden, sollte von unten mit der Kanne oder mit dem Schlauch mit Sack*) durchdringend gewässert werden (20 - 30 Liter pro Rose).
*) Der Sack wird über den Wasserschlauch gezogen und festgebunden. So kann das Wasser viel stärker aufgedreht und schneller mehr Wasser in den Boden gebracht werden, ohne dass es von den zu wässernden Rosen wegläuft. Auch eine größere Fläche kann so schneller gewässert werden.

Bei beißenden Schädlingen soll mit einem entsprechenden Mittel gespritzt werden. Das erfordert eine tägliche Kontrolle der Rosen, so dass bei Befall sofort reagiert werden kann. Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er die Schädlinge bekämpfen will und welche Spritzmittel er verwendet. Gegen beißende Schädlinge wird nicht vorbeugend gespritzt.